Die Anforderungen an Kennzeichnungssysteme im Mittelstand steigen kontinuierlich. Gesetzliche Vorgaben, steigende Rohstoffpreise, kleinere Losgrößen und wachsender Wettbewerbsdruck zwingen produzierende Unternehmen dazu, ihre Kennzeichnungsprozesse wirtschaftlich und flexibel zu gestalten.
Gleichzeitig sind Budgets oft begrenzt. Investitionen müssen sich schnell amortisieren. Wartungskosten und Stillstandszeiten wirken sich direkt auf die Produktionskosten aus.
Doch welche Drucktechnologie ist für mittelständische Unternehmen wirklich sinnvoll? Continuous Inkjet (CIJ), Thermal Inkjet (TIJ), Laser oder klassische Etikettierer?
In diesem Beitrag erhalten Sie einen strukturierten Überblick über Kennzeichnungssysteme für den Mittelstand, ihre Kostenstruktur, Vor- und Nachteile – und erfahren, welche Lösung sich in der Praxis besonders bewährt.
Warum Kennzeichnungssysteme im Mittelstand anders bewertet werden müssen
Großkonzerne investieren häufig in hochkomplexe Systeme mit umfangreichen Serviceverträgen. Der Mittelstand hingegen benötigt:
Wirtschaftliche Investitionskosten
Einfache Bedienbarkeit
Geringen Wartungsaufwand
Flexible Anpassung an Produktwechsel
Schnelle Integration in bestehende Linien
Kalkulierbare Betriebskosten
Besonders relevant ist dabei der Total Cost of Ownership (TCO) – also die Gesamtkosten über die Lebensdauer eines Systems.
Überblick: Welche Kennzeichnungssysteme stehen zur Auswahl?
1. Continious Inkjet (CIJ)
Funktionsweise:
Ein kontinuierlicher Tintenstrahl wird elektrostatisch abgelenkt und auf das Produkt aufgebracht.
Vorteile:
Sehr hohe Geschwindigkeit
Geeignet für viele Materialien
Bewährt in Großproduktionen
Nachteile für den Mittelstand:
Hoher Wartungsaufwand
Lösemittel und Verbrauchsmaterialien
Regelmäßige Reinigung notwendig
Komplexe Bedienung
Höhere Gesamtbetriebskosten
Für Unternehmen mit moderaten Produktionsmengen ist CIJ häufig überdimensioniert.
2. Thermal Inkjet (TIJ)
Funktionsweise:
Mikroskopisch kleine Tintentropfen werden durch Hitzeimpulse präzise auf das Material aufgebracht.
Vorteile:
Sehr wartungsarm
Kein komplexes Tintenmanagement
Kompakte Bauweise
Hohe Druckqualität
Ideal für Karton, Papier und poröse Oberflächen
Gerade für Kennzeichnungssysteme im Mittelstand bietet TIJ entscheidende Vorteile: geringe Einstiegskosten, einfache Integration und kalkulierbare Betriebskosten.
Hier spielen die edding Kompaktdrucker ihre Stärken aus. Sie wurden speziell für flexible Produktionsumgebungen entwickelt und eignen sich ideal für:
Umkartons
Faltschachteln
Sekundärverpackungen
variable Daten
3. Lasersysteme
Vorteile:
Kein Verbrauchsmaterial
Permanente Markierung
Hohe Geschwindigkeit
Herausforderungen im Mittelstand:
Hohe Investitionskosten
Sicherheitsanforderungen
Eingeschränkte Materialvielfalt
Technische Komplexität
Laserkennzeichnung lohnt sich vor allem bei sehr hohen Stückzahlen und standardisierten Produkten.
4. Etikettierer
Vorteile:
Flexibel bei Designänderungen
Auch für komplexe Layouts geeignet
Typische Nachteile:
Hohe Materialkosten (Etiketten)
Lagerhaltung
Rollenwechsel
Fehleranfälligkeit
Mechanischer Verschleiß
Gerade bei steigenden Rohstoffpreisen wird der Direktdruck zunehmend wirtschaftlicher.
Wirtschaftlichkeitsvergleich für mittelständische Unternehmen
Kriterium
CIJ
TIJ
Laser
Etikettierer
Investition
Mittel
Niedrig- Mittel
Sehr Hoch
Mittel
Wartung
Hoch
Sehr gering
Mittel
Mittel-Hoch
Verbrauchsmaterial
Hoch
Kalkulierbar
Kein Tintenverbrauch
Sehr hoch
Bedienbarkeit
Komplex
Einfach
Technisch anspruchsvoll
Mechanisch komplex
Flexibilität
Hoch
Sehr hoch
Niedrig
Mittel
Für viele Produktionsumgebungen im Mittelstand zeigt sich: Thermal Inkjet bietet das beste Verhältnis aus Investition, Betriebskosten und Flexibilität.
Typische Anwendungsfälle im Mittelstand
1. Getränke- und Lebensmittelbranche
MHD-Druck auf Umkartons und Trayverpackungen
Chargennummern zur Rückverfolgbarkeit gemäß HACCP
Aktionscodes und Gewinnspielcodes für Promotions
Produktionsdatum und -uhrzeit direkt auf Faltschachteln
Linien- und Anlagenkennzeichnung für interne Qualitätssicherung
EAN- und GS1-konforme Barcodes auf Sekundärverpackungen
2. Industrie- und Konsumgüter
Seriennummern für Geräte und Baugruppen
QR-Codes mit Verlinkung zu digitalen Produktpässen oder Serviceportalen
Verpackungskennzeichnung mit Artikelnummern und Variantenangaben
Produktions- und Fertigungsdaten zur internen Rückverfolgbarkeit
CE- und Konformitätskennzeichnungen auf Umverpackungen
Batch-Nummern bei technischen Verbrauchsmaterialien
3. Ecommerce, Logistik und ExportverpackungVersandkartons mit kundenspezifischen Bestellnummern
Versandkartons mit kundenspezifischen Bestellnummern
Die Wahl des richtigen Kennzeichnungssystems ist eine strategische Entscheidung. Während CIJ und Laser ihre Berechtigung in Großproduktionen haben, benötigen mittelständische Unternehmen vor allem:
Kalkulierbare Kosten
Geringen Wartungsaufwand
Flexible Anpassungsfähigkeit
Einfache Bedienung
Thermal Inkjet – insbesondere in Form kompakter, industrietauglicher Systeme – bietet hier ein überzeugendes Gesamtpaket.
Wer seine Kennzeichnungsprozesse langfristig wirtschaftlich gestalten möchte, sollte daher nicht nur auf die Anschaffungskosten, sondern auf das gesamte Betriebskonzept achten.
Sie möchten herausfinden, welches Kennzeichnungssystem für Ihr Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist? Lassen Sie sich individuell beraten und prüfen Sie, wie moderne Kompaktdrucksysteme Ihre Produktionsprozesse effizienter gestalten können.
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