Wenn Geschwindigkeit und Qualität aufeinandertreffen
In modernen Produktionsumgebungen stehen Unternehmen vor einer klaren Herausforderung: Prozesse müssen schneller, effizienter und gleichzeitig qualitativ hochwertiger werden. Besonders in der industriellen Kennzeichnung spielt dabei nicht nur die reine Druckgeschwindigkeit eine Rolle, sondern auch die Trocknungszeit von Tinten und die daraus resultierenden Prozessschritte.
Der sogenannte Wet-on-Wet Druck, auch als Nass-in-Nass Druck bezeichnet, setzt genau an diesem Punkt an. Dieses Verfahren ermöglicht es, direkt auf eine noch nicht getrocknete Tinte zu drucken – und eröffnet damit völlig neue Möglichkeiten in der Kennzeichnung von Produkten und Verpackungen.
Im Folgenden erfahren Sie, wie das Verfahren funktioniert, welche Stärken sowie Herausforderungen es mit sich bringt und warum es insbesondere in Kombination mit modernen Drucksystemen wie der edding compact printer Serie eine zukunftsweisende Lösung darstellt.
Was versteht man unter Wet-on-Wet Druck?
Beim Wet-on-Wet Druck handelt es sich um ein spezielles Druckverfahren, bei dem zwei Tinten unmittelbar nacheinander aufgetragen werden – ohne dass die erste Tinte zuvor vollständig abgetrocknet sein muss.
Funktionsweise des Nass-in-Nass Drucks
Konkret bedeutet das: Eine erste Farbschicht wird auf eine Oberfläche gedruckt. Direkt im Anschluss folgt eine zweite Tinte, die auf die noch feuchte erste Schicht aufgebracht wird. Beide Tinten interagieren dabei in einem sehr kurzen Zeitfenster miteinander. Dieses Vorgehen ist insbesondere dort relevant, wo Produktionsprozesse keine Verzögerungen zulassen. In vielen industriellen Anwendungen ist es schlicht nicht möglich, zwischen zwei Druckvorgängen eine vollständige Trocknungsphase einzuplanen. Diese kann zum Beispiel je nach Material und Tinte auch mal bei 4 bis 5 Sekunden liegen. Genau hier bietet der Nass-in-Nass Druck einen entscheidenden Vorteil.
Warum ist das Verfahren so relevant?
Darüber hinaus führt das Wet-on-Wet Verfahren zu einer deutlichen Reduzierung der Prozesszeit. Da zwei Druckvorgänge praktisch in einem Schritt kombiniert werden, lässt sich der Kennzeichnungsprozess nahezu halbieren. Gleichzeitig entsteht ein Effekt, der in der klassischen industriellen Kennzeichnung unüblich ist: eine Art Mehrfarbdruck.
Während man sich in der Praxis meist auf eine einzelne Tintenfarbe beschränken muss, eröffnet der Wet-on-Wet Druck die Möglichkeit, mehrere Farben direkt miteinander zu kombinieren – ohne zusätzliche Prozessschritte – z.B. bei Gefahrstoffsymbolen.
Vorteile und Besonderheiten des Nass-in-Nass Drucks
Die besondere Stärke des Wet-on-Wet Drucks liegt in der Kombination aus Effizienz und erweitertem Anwendungsspektrum. Durch das direkte Ineinanderdrucken von Tinten entstehen Möglichkeiten, die mit klassischen Verfahren nur schwer oder gar nicht realisierbar sind.
Effizienzsteigerung im Produktionsprozess
Ein zentraler Vorteil ist die Zeitersparnis. Da keine Trocknungszeit zwischen zwei Druckvorgängen erforderlich ist, wird der gesamte Prozess deutlich beschleunigt. Gerade in schnell laufenden Produktionslinien kann dies einen erheblichen Unterschied machen.
Typische Effekte in der Praxis:
Reduzierung von Prozessschritten
Höhere Liniengeschwindigkeit
Weniger Stillstandzeiten
Mehrfarbdruck in der industriellen Kennzeichnung
Schwarz und Rot für Gefahrstoffkennzeichnungen
Weiß auf Schwarz zur Verbesserung der Lesbarkeit
Individuelle Farbkombinationen für spezifische Anwendungen
Verbesserte Code-Qualität und Lesbarkeit
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Qualität von Codes. Insbesondere bei 1D- und 2D-Codes kann der gezielte Einsatz von zwei Tinten zu einem deutlich besseren Ergebnis führen.
Das Ergebnis:
Höherer Kontrast
Randschärfere Kennzeichnung
Erheblich verbesserte Lesbarkeit
Das wirkt sich direkt auf die Bewertung durch Verifikationssysteme aus und erhöht die Prozesssicherheit.
Erweiterte Möglichkeiten für Kennzeichnung und Design
Nicht zuletzt eröffnet der Wet-on-Wet Druck auch neue Möglichkeiten im Bereich Marketing und Produktgestaltung. Verpackungen können funktionale Kennzeichnungen und visuelle Elemente kombinieren, ohne dass zusätzliche Drucksysteme erforderlich sind.
Die Herausforderung: Zwei Tinten, ein perfektes Druckbild
So überzeugend die Vorteile auch sind – der Nass-in-Nass Druck stellt hohe Anforderungen an das eingesetzte Material. Die größte Herausforderung liegt im Verhalten der Tinten.
Warum ist das Tintenverhalten kritisch?
Wenn eine zweite Tinte auf eine noch feuchte erste Schicht trifft, besteht grundsätzlich die Gefahr, dass beide Farben ineinander verlaufen und „ausbluten“. Das kann zu unscharfen Konturen, vermindertem Kontrast und schlechterer Lesbarkeit von Codes führen. Genau hier liegt die technische Schwierigkeit des Verfahrens – und gleichzeitig seine Besonderheit. Denn nur wenn es gelingt, dieses Verhalten präzise zu kontrollieren, kann der Wet-on-Wet Druck zuverlässig eingesetzt werden.
Die Lösung: Speziell entwickelte Tinten
Um diese Herausforderung zu meistern, wurden gemeinsam mit edding spezielle Tinten entwickelt, die exakt auf die Anforderungen des Nass-in-Nass Drucks abgestimmt sind.
Eigenschaften der eingesetzten Tinten
Diese Tinten zeichnen sich dadurch aus, dass sie beim Überdrucken ihre Form behalten und nicht unkontrolliert verlaufen. Gleichzeitig bieten sie eine hohe Deckkraft und eine gute Haftung auf unterschiedlichsten Materialien.
Bewährte Tintenkombinationen
In der Praxis haben sich insbesondere pigmentierte Tinten als ideale Basis erwiesen. In Kombination mit der bewährten NPXP Schwarz-Tinte lassen sich stabile und kontrastreiche Druckbilder erzeugen.
Dabei ist es wichtig zu betonen, dass nicht nur eine feste Kombination möglich ist. Vielmehr eröffnet das Verfahren eine Vielzahl an Varianten. Neben klassischen Anwendungen sind auch individuelle Farbkombinationen realisierbar – beispielsweise Blau auf Weiß oder Weiß auf dunklen Untergründen. Welche Kombination zum Einsatz kommt, hängt letztlich von der jeweiligen Anwendung und den Anforderungen an das Druckbild ab.
Die passende Technologie: edding compact printer Serie
Neben der Tinte spielt auch das Drucksystem eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Wet-on-Wet Drucks. Nur wenn beide Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind, lässt sich das volle Potenzial des Verfahrens ausschöpfen. Die edding compact printer Serie bietet hierfür die idealen Voraussetzungen. Durch eine präzise Steuerung des Tintenauftrags und eine exakte Abstimmung der Druckzeitpunkte wird sichergestellt, dass beide Tinten in der richtigen Weise aufeinandertreffen.
In der Praxis bedeutet das: gleichbleibend hohe Druckqualität, auch bei hohen Geschwindigkeiten und anspruchsvollen Anwendungen. Gleichzeitig ermöglicht die kompakte Bauweise eine einfache Integration in bestehende Produktionslinien, was insbesondere für Unternehmen mit begrenztem Platzangebot ein entscheidender Vorteil ist.
Branchen und Anwendungen: Wo wird Nass-in-Nass Druck eingesetzt?
Der Wet-on-Wet Druck ist kein spezialisiertes Nischenverfahren, sondern findet in einer Vielzahl von Branchen Anwendung.
Schwerpunkt: Secondary Packaging
Besonders häufig kommt er im Bereich des Secondary Packaging zum Einsatz, also bei der Kennzeichnung von Umverpackungen, Kartonagen oder Versandlösungen.
Einsatz in der Primärverpackung
Darüber hinaus spielt das Verfahren auch in der Primärverpackung eine Rolle. Ein typisches Beispiel ist der Druck eines 2D-Codes auf einer Kunststoffflasche, bei dem zunächst eine helle Fläche erzeugt wird, auf die anschließend der eigentliche Code gedruckt wird. Das Ergebnis ist ein optimaler Kontrast und eine deutlich verbesserte Lesbarkeit.
Wet-on-Wet Druck auf Metall:
Wet-on-Wet Druck auf Folie:
Branchenübergreifende Anwendungen
Branchenübergreifend profitieren zahlreiche Industriezweige von den Möglichkeiten des Nass-in-Nass Drucks:
Automobilindustrie
Chemieindustrie
Exportverpackung
Getränkeindustrie
Holz- und Baustoffindustrie
Konsumgüter- und Lebensmittelindustrie
Maschinenbau
Möbelindustrie
Sicherheit & Verteidigung
Stahlindustrie
u.v.m.
Diese breite Einsatzfähigkeit zeigt, dass es sich um eine äußerst flexible Technologie handelt, die sich an unterschiedlichste Anforderungen anpassen lässt.
Fazit: Ein Verfahren mit großem Zukunftspotenzial
Der Wet-on-Wet Druck beziehungsweise Nass-in-Nass Druck stellt einen bedeutenden Fortschritt in der industriellen Kennzeichnung dar. Durch die Kombination aus Zeitersparnis, verbesserter Druckqualität und erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten bietet das Verfahren klare Vorteile gegenüber klassischen Ansätzen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
Reduzierung von Prozesszeiten
Mehrfarbdruck in einem Schritt
Verbesserte Code-Qualität
Erweiterte Anwendungsmöglichkeiten
Gleichzeitig zeigt sich, dass die erfolgreiche Umsetzung stark von der richtigen Abstimmung zwischen Tinte und Drucksystem abhängt. Speziell entwickelte Tinten und leistungsfähige Systeme wie die edding compact printer Serie bilden dabei die Grundlage für stabile und reproduzierbare Ergebnisse. Für Unternehmen, die ihre Kennzeichnungsprozesse optimieren und gleichzeitig neue Möglichkeiten erschließen möchten, ist der Nass-in-Nass Druck daher eine äußerst interessante Option.
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