In nahezu jeder Branche müssen Produkte, Verpackungen oder Bauteile eindeutig gekennzeichnet werden – sei es mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum, einer Chargennummer, einem Logo oder einem Barcode. Doch die Frage, welches Kennzeichnungsverfahren dafür am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen an Geschwindigkeit, Haltbarkeit, Oberfläche und Budget.
Von berührungslosen Inkjet-Technologien über die Laserkennzeichnung bis hin zu klassischen Schablonen oder Stempeln: Die Bandbreite an Kennzeichnungsverfahren ist groß. Ebenso groß sind die Unterschiede in Funktionsweise, Kosten und Eignung für den jeweiligen Anwendungsfall. Wer diese Unterschiede kennt, findet deutlich schneller die passende Lösung für die eigene Produkt- oder Verpackungskennzeichnung und spart dabei langfristig Zeit und Kosten.
Warum die Wahl des richtigen Kennzeichnungsverfahrens entscheidet
Ob Lebensmittelindustrie, Baustoffbranche, Automobilzulieferer oder Exportverpackung: Die Anforderungen an ein Kennzeichnungsverfahren unterscheiden sich je nach Branche und Oberfläche erheblich. Ein Verfahren, das sich hervorragend für den Druck auf Folie eignet, ist möglicherweise völlig ungeeignet für die Kennzeichnung von Holzverpackungen oder Metallteilen. Auch Faktoren wie Taktrate, laufende Kosten für Verbrauchsmaterial, Wartungsaufwand und gesetzliche Vorgaben (etwa bei der IPPC-Kennzeichnung von Holzverpackungen) spielen eine wichtige Rolle.
Die gute Nachricht: Für praktisch jede Anforderung gibt es ein passendes Verfahren – von der berührungslosen Tintenstrahltechnologie über die dauerhafte Laserkennzeichnung bis hin zur klassischen Schablone. Im Folgenden erhalten Sie einen kompakten Überblick über die zehn wichtigsten Kennzeichnungsverfahren.
Die wichtigsten Kennzeichnungsverfahren im Überblick
Thermal Inkjet (TIJ)
Bei der Thermal-Inkjet-Technologie (TIJ) arbeitet mit einem geschlossenen System aus Tinte und Druckkopf. Die Tinte wird im Druckkopf durch ein Heizelement schnell erhitzt. Dabei verdampft eine kleine Menge Tinte und bildet eine Blase, deren Druck einen winzigen Tintentropfen präzise aus der Düse auf das Produkt feuert. Dieser Vorgang wiederholt sich bis zu 36.000 mal pro Sekunde und erzeugt so Texte, Logos, Barcodes oder 2D-Codes in sehr hoher Qualität.
Vorteile: sehr hohe Zuverlässigkeit, kaum Stillstandzeiten, einfache Bedienung ohne Schulungsaufwand sowie umfangreiche Integrationsmöglichkeiten in Industrie-4.0-Umgebungen. Der Tintentyp und die Farbe lassen sich zudem mit einem Klick wechseln.
Geeignet für: Unternehmen, die auf nahezu jeder Oberfläche – Kunststoff, Metall, Glas, Karton oder Holz – zuverlässig und mit maximaler Druckqualität kennzeichnen möchten, ohne in aufwendige Schulungen investieren zu müssen. Mit dem edding compact printer bietet Elried ein besonders innovatives TIJ-System für die tägliche Praxis.
Mehr zur Technologie und den passenden Druckern finden Sie auf unserer Seite zu Thermal-Inkjet-Druckern.
Continuous Inkjet (CIJ)
Beim Continuous Inkjet (CIJ) wird ein kontinuierlicher Strom winziger Tintentropfen aus einer Düse abgegeben. Elektroden laden die Tropfen selektiv auf, sodass sie entweder gezielt auf das Produkt gelenkt oder falls nicht benötigt, über einen Tropfenfänger zurück in das System geführt werden. Diese berührungslose Drucktechnik erlaubt Druckgeschwindigkeiten von bis zu 588 m/min bei einem Abstand von bis zu 5,0 cm zwischen Druckkopf und Produkt.
Vorteile: hohe Geschwindigkeit, großer Arbeitsabstand und damit auch für runde, unebene oder schnelllaufende Produktionslinien geeignet. Dank eines breiten Tintenportfolios haftet CIJ-Tinte auf nahezu jeder Oberfläche.
Geeignet für: Branchen mit hohem Durchsatz und großen Stückzahlen, etwa in der Getränke- oder Lebensmittelindustrie, in denen berührungslos und mit geringen variablen Druckkosten gekennzeichnet werden muss. Die robusten Citronix-Geräte, beispielsweise der Citronix Ci5650, gehören zu den zuverlässigsten CIJ-Systemen am Markt und überzeugen durch ihre Made-in-USA-Qualität.
Die Piezo-Inkjet-Technologie nutzt statt Hitze mechanischen Druck: Ein Piezoelement im Druckkopf verformt sich durch eine elektrische Ladung, wodurch in der Tintenkammer Druck entsteht und ein Tropfen aus der Düse austritt. Da die Tinte während des Prozesses nicht erhitzt wird, eignet sich Piezo Inkjet besonders für wärmeempfindliche Tinten wie UV-härtende Systeme.
Vorteile: sehr hohe Druckhöhen je Kopf für vollflächige Kennzeichnungen, überwiegend wasser- oder ölbasierte Tinten mit geringen Emissionen sowie kontraststarke Drucke, die klassische Etiketten ersetzen können.
Geeignet für: die Kennzeichnung von saugenden Oberflächen wie unbeschichtetem Papier oder Karton – ein klassischer Einsatzbereich ist die seitliche Kennzeichnung von Kartonagen als Sekundärverpackung. Mit Linx-Ink-Jet-Druckern setzt Elried auf bewährte Piezo-Systeme für die umfassende Kartonkennzeichnung.
Alle Details zu Funktionsweise und Geräten finden Sie auf unserer Seite zu Piezo-Inkjet-Druckern.
Laserkennzeichnung
Bei der Laserkennzeichnung graviert ein modulierter Laserstrahl Informationen wie Text, Logos oder Barcodes direkt in die Oberfläche des Substrats ein. Durch die Wechselwirkung des Lichts mit dem Material entsteht eine physikalische oder chemische Veränderung (etwa eine Verfärbung oder ein leichtes Einbrennen), wodurch eine dauerhafte, abriebfeste Markierung entsteht.
Vorteile: hochwertige, extrem widerstandsfähige Markierungen, die auch rauen Umgebungen, hohen Temperaturen und Feuchtigkeit standhalten, hohe Geschwindigkeit bei kurzen Texten (aber auch nur dann), sowie geringe laufende Kosten, da keine Verbrauchsmaterialien wie Tinte benötigt werden.
Geeignet für: Anwendungen mit sehr hoher Automation und Stückzahl bei gleichzeitig geringer Druckmenge (z.B. nur Text), etwa die Getränke- und Teile der Lebensmittelindustrie. Elried bietet Faserlaser-, CO2-Laser- und Feststofflasersysteme von Datalogic für unterschiedlichste Materialien und Produktionsgeschwindigkeiten.
Mehr zu unseren Lasersystemen finden Sie auf unserer Seite zur Laserkennzeichnung.
Thermotransfer (TTO)
Beim Thermotransferdruck (Thermal Transfer Overprinting, TTO) wird ein mit Wachs- oder Harztinte beschichtetes Farbband über einen Thermodruckkopf geführt. Durch punktgenaue Erhitzung schmilzt die Tinte an den gewünschten Stellen und wird auf das Substrat übertragen – meist auf Folien, da ein perfekter Kontakt zwischen Druckkopf und Produkt erforderlich ist.
Vorteile: Hohe Haltbarkeit und Kontraststärke des Druckbilds auf Folie und hohe Kantenschärfe.
Geeignet für: den Druck von Barcodes und Etiketten auf flexiblen Verpackungsfolien. Klassische Anwendungsfelder sind Einzelhandel, Fertigung und Logistik, überall dort, wo scharfe, gut lesbare Codes gefragt sind.
Intervall- und Tampondruck
Beim Intervall- bzw. Tampondruck wird ein Klischee direkt auf das Produkt gestempelt. Das Klischee kann fest verbaut oder mit auswechselbarem Rippengummi flexibel gestaltet sein. Diese Methode gilt als besonders prozesssicher und kostengünstig im laufenden Betrieb.
Vorteile: Bedruckung unterschiedlichster Teile mit einfachen Formen oder wenigen Zeichen.
Geeignet für: Einfache, wiederholbare und zuverlässige Prozesse. Vor allem in der Varianten- oder Fehlerkennzeichnung. Unsere Intervall-Drucker sind für genau diese Anforderungen ausgelegt.
Codierwerke
Codierwerke (auch Coder oder Ink Coder genannt) tragen den zu druckenden Text auf einer Drucktrommel. Die einzelnen Buchstaben sitzen dabei meist auf austauschbaren Rippengummis, sodass sich der Text bei Bedarf flexibel anpassen lässt. Der Coder läuft während der Produktion auf dem Produkt mit und überträgt beim Abrollen gleichmäßig seinen Druck.
Vorteile: niedrige laufende Kosten dank wartungsarmem Aufbau sowie eine sehr robuste Bauweise.
Geeignet für: einfache, aber wiederholbare Kennzeichnungsaufgaben wie Strich- oder Fehlerkennzeichnung. Unser Rollcoder ist die passende Lösung für Unternehmen, die eine besonders robuste und kosteneffiziente Standardkennzeichnung suchen.
Sprühkennzeichnung
Bei der Sprühkennzeichnung wird Farbe mit Hochdruck durch eine feine Düse auf das Produkt aufgesprüht. Durch manuellen Druck auf den Sprühkopf öffnet sich das Ventil, und das Treibgas presst die Farbe aus der Düse – ideal für einfache Punkt- oder Strichmarkierungen.
Vorteile: sehr robust, zuverlässig und günstig im Unterhalt, dazu eine schnelle und einfache Kennzeichnung auf nahezu allen Oberflächen.
Geeignet für: Farbliche Produktmarkierungen, Übermalung von Fehldrucken oder Kennzeichnung von Fehlerteilen. Unsere SprayJets gehören hier zu den zuverlässigsten Systemen am Markt.
Schablonenkennzeichnung
Bei der Schablonenkennzeichnung wird eine Schablone entweder mit Signierfarbe übersprüht oder mit Farbkissen und Farbroller übermalt, sodass sich der gewünschte Inhalt auf den Untergrund überträgt. Schablonen lassen sich als Auftragsfertigung bestellen oder im Betrieb selbst mit Handstanzmaschinen, Plottern oder automatischen Stanzsystemen herstellen.
Vorteile: mobiler Einsatz, flexible Textgestaltung, einzigartige Überlegenheit bei sehr großformatigen Kennzeichnungen sowie eine stabile, wiederverwendbare Ausführung.
Geeignet für: Warn- und Hinweiszeichen, individuelle Logos und Formen, Werbezwecke sowie den Bereich Verpackung und Versand. Ebenso die IPPC Kennzeichnung von Holzverpackungen. Mit unserem Plotter Elried StencilCut und dem Stanzsystem ST2020 bieten wir die zwei weltweit leistungsstärksten Lösungen zur individuellen Schablonenherstellung im eigenen Betrieb.
Stempel
Stempel sind die klassische, manuelle Kennzeichnungslösung, bei der der Stempel von Hand auf die zu kennzeichnende Fläche gedrückt wird. Dabei gibt es verschiedene Ausführungen – vom Brennstempel für dauerhafte Markierungen durch Einbrennen über Knauf- und Leistenstempel mit Stempelkissen bis hin zum Telosstempel für wechselnde Texte und dem Handrollstempel für hohe Stückzahlen.
Vorteile: kostengünstige und flexible Kennzeichnung sowie eine denkbar einfache Bedienung ohne technischen Aufwand.
Geeignet für: Kleinstkennzeichnungen und den Druck statischer Texte, etwa bei geringen Stückzahlen oder gelegentlichem Kennzeichnungsbedarf ohne Investition in ein automatisiertes System.
Unser komplettes Stempelsortiment finden Sie auf unserer Seite zu Stempeln.
Welches Kennzeichnungsverfahren passt zu Ihnen?
Um die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Eigenschaften der zehn Verfahren in einer Übersicht zusammengefasst:
Verfahren
Typische Oberflächen
Besonderer Vorteil
Gut geeignet für
Thermal Inkjet (TIJ)
Kunststoff, Metall, Glas, Karton, Holz
Zuverlässig, kosteneffizient & einfach zu bedienen
Vielseitige Produktkennzeichnung ohne Schulungsaufwand
Continuous Inkjet (CIJ)
Runde, unebene, glatte Oberflächen
Hohe Geschwindigkeit, großer Abstand
Hohe Stückzahlen, komplexe Oberflächen
Piezo Inkjet
Papier, unbeschichteter Karton
Vollflächig, kontraststark
Kennzeichnung von Kartonagen (Sekundärverpackung)
Laserkennzeichnung
Nahezu alle festen Materialien
Dauerhaft, kein Verbrauchsmaterial
Getränkeindustrie, Flow-Packer
Thermotransfer (TTO)
Folien, flexible Materialien
Scharfe Kanten, guter Kontrast
Etiketten- und Barcodedruck auf Folie
Intervall-/Tampondruck
Alle Oberflächen
Sehr robust
Meist Varianten- oder Fehlerkennzeichnung
Codierwerke
Einfache Oberflächen
Sehr robust, minimale Kosten
Standardisierte Kennzeichnung, meist Punkte und Linien
Sprühkennzeichnung
Alle Oberflächen
Effizient und Zuverlässig
Fehlerkennzeichnung
Schablonenkennzeichnung
Karton, Holzverpackungen
Großformatig, wiederverwendbar
Große Texte, IPPC-Kennzeichnung, Warn- und Hinweiszeichen
Stempel
Verschiedene Oberflächen
Sehr kostengünstig
Geringe Stückzahlen, statische Texte
Als Faustregel gilt: Je höher die Taktrate und je variabler der Inhalt (Chargen, Datum, Barcodes), desto eher lohnt sich ein Inkjet- oder Lasersystem. Für große, statische Kennzeichnungen auf Verpackungen sind Schablonen oder Sprühverfahren oft die wirtschaftlichere Wahl. Gerne beraten wir Sie individuell zu Ihrem konkreten Anwendungsfall und empfehlen das passende System aus unserem Portfolio.
Fazit
Die Wahl des richtigen Kennzeichnungsverfahrens hängt von zahlreichen Faktoren ab – von der Oberfläche über die benötigte Haltbarkeit bis hin zu Taktrate und Budget. Ob berührungslose Inkjet-Technologien wie TIJ, CIJ und Piezo Inkjet, dauerhafte Laserkennzeichnung, klassische Tampondruck- und Codierlösungen oder bewährte Schablonen- und Sprühverfahren: Für jede Anforderung gibt es das passende System.
Als erfahrener Partner für Produkt- und Verpackungskennzeichnung unterstützt Elried Sie dabei, das optimale Verfahren für Ihre Branche und Ihre Produktionsprozesse zu finden – von der Beratung über die passenden Geräte bis hin zu den benötigten Verbrauchsmaterialien. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen zu einem der vorgestellten Kennzeichnungsverfahren haben oder eine individuelle Empfehlung für Ihr Unternehmen wünschen.
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